Schulprogramm

Schulprogramm der Bauhausschule

Aktualisierung: November 2006

 

Inhalt

1. Vorwort

2. Präambel

3. Zur Geschichte der Schule

4. Schulstandort

5. Merkmale der Schulstruktur und Schulabschlüsse

6. Schwerpunkte und Entwicklungsziele

6.1 Unterricht und außerunterrichtliche Arbeit

6.2 Umgang mit Vielfalt

6.3 Allgemeine und berufliche Bildung

6.4 Verbesserung der Unterrichtsqualität – Fortbildungsplanung

6.5 Verantwortung

6.6 Unsere Kooperationspartner

6.7 Fort- und Weiterbildung

7. Arbeitszeitmodell für alle Lehrkräfte

8. Partizipation

9. Pädagogisches Personal

10. Eltern

11. Schülerinnen und Schüler

  1. Schule als lernende Institution – Zusammenfassung
  2. Anhang

 

  1. Vorwort

Das in der vorliegenden Fassung von der Schulkonferenz verabschiedete Schulprogramm 2003 ist zugleich (Zwischen-) Ergebnis einer dynamischen Schulentwicklung

wie auch verlässliche Basis für die gegenwärtig geleistete und in naher Zukunft zu leistende Arbeit in der Bauhausschule „Grundschule und Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung.

Die seit dem Tag der Schulgründung 1998 gewachsenen Schwerpunkte des Schulprogramms wurden seit 2004 im Rahmen einer Bestandsaufnahme bei allen Mitgliedern der Schulgemeinde ständig evaluiert.

Der dazu von 1999 bis 2003 tätigen Steuerungsgruppe (SeSuS-Gruppe) ist, was die Entstehung des aktuellen Schulprogramms angeht, ebenso zu danken wie den Mitgliedern der 1999 von der Schulkonferenz eingerichteten „Teilkonferenz Schulprogramm und der Arbeitsgruppe Ganztag“, die über viele Jahre die Revision des Programmtextes steuerten und koordinierten.

Sie bündelten die in der Schülervertretung, in den Elternkonferenzen, in den Konferenzen des sonstigen Personals, des Fördervereins der Schule und im Lehrerkollegium geführten Diskussionen und gaben dem Programm eine Struktur.

Dank gilt auch den Mitgliedern des Kollegiums, die sich engagiert bei der Schlussredaktion beteiligt haben.

Im Text, der teilweise auf der Homepage (www.bauhausschule.de) der Schule veröffentlicht wird, finden sich an vielen Stellen Verweise auf Projekte und besondere Vorhaben. Die hierfür zuständigen Ansprechpartner können bei der Schulleitung erfragt werden; sie werden gerne auf weitere Papiere hinweisen oder diese zur Verfügung stellen. Dies gilt auch für die im weiteren Sinne zum Schulprogramm gehörenden Texte und Übersichten wie die Stundentafel der Sekundarstufe I, die schulinternen Lehrpläne, die Synopsen zu den Unterrichtsinhalten, die Übersicht der AG-Angebote in den Jahrgangsstufen 2 bis 10, die Übersicht über die besondere Förderung in den Jahrgangsstufen 2 bis 6, die Übersicht über die sonderpädagogische Förderung in den Jahrgangsstufen 7 bis 10, die Anmeldezahlen seit 1998 und die Schulabschlüsse seit 2000.

 

2. Präambel

Die Bauhausschule Cottbus stellt innerhalb des Schulsystems Südbrandenburgs einen Schulstandort mit besonderer Charakteristik dar. Leben und Lernen an der Bauhausschule heißt, die unterschiedlichsten Menschen zu integrieren, ihre individuellen Fähigkeiten zu fördern und Leistung zu fordern. Durch Toleranz, verantwortungsvollen Umgang miteinander, soziales Engagement und Freude am Lernen sollen sich selbständige, teamfähige und konfliktfähige Persönlichkeiten entwickeln können. In den Formen des integrativen und kooperativen Arbeitens werden die Fähigkeiten und Grenzen körperbehinderter Kinder und Jugendlicher erkannt und akzeptiert. Sonderpädagogische Förderung und Therapie sind wichtige Angebote unserer Schule.

 

3. Zur Geschichte der Schule

Das Gebäude der Bauhausschule Cottbus wurde im Jahre 1929/1930 als Schulgebäude im Bauhausstil errichtet. Bis 1991 diente sie als russische Schule.

1994 begannen – finanziert von der Stadt Cottbus und dem Land Brandenburg - die Sanierungs- und Umbauarbeiten für die Bauhausschule Cottbus, indem seit dem 16.03.1998 körperbehinderte Kinder und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen. Als Schule für nicht behinderte und körperbehinderte Kinder stand unsere Schule vom ersten Tag an im besonderen Licht der öffentlichen Beobachtung, so dass für sie in ihrem Entwicklungsprozess Öffnung und Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit zur Selbständigkeit in der täglichen Arbeit geworden sind.

 

4. Schulstandort

Der Schulstandort befindet sich im Zentrum von Cottbus einer kreisfreien Stadt von ca. 100.000 Einwohnern.

An der Bauhausschule Cottbus lernen und arbeiten ca. 250 Schüler, 58 Lehrkräfte, 8 Heilpädagogen, 8 pädagogische Unterrichtshilfen, 4 Therapeuten, 1 Krankenschwester, 2 Hausmeister, 1 Sekretärin, mehrere Zivildienstleistende und Praktikantinnen.

Im Primarbereich (Jahrgangsstufe 1 bis 6) ist es eine Schule mit festen Öffnungszeiten (Mo, Die, Mi und Do von 7.00 Uhr – 15.00 Uhr und am Fr. von 7.00 Uhr – 13.20 Uhr) die Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 7 – 10) wird im Ganztagsbetrieb

(Mo und Do von 7.00 Uhr – 15.00 Uhr, am Die und Mi von 7.00 Uhr – 16.00 Uhr und am Fr von 7.00 Uhr – 13.20 Uhr) geführt.

Das Gebäude, erbaut 1929/1930 im Bauhausstil, ist in hervorragender Weise für die pädagogische Arbeit der Schule geeignet. Welche Bedeutung das Schulgebäude selbst und seine Architektur in diesem Hause hat, lässt sich unter anderem an der Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern belegen, den Zustand des Gebäudes zu bewahren. Bei der Abstimmung über ein Schullogo im Jahre 1999 wählte die Schülerschaft in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit die Symbole und Farben des Bauhausstils. Das Schulgebäude wird wegen seiner Attraktivität oft für Fortbildungsveranstaltungen genutzt. Schule und Schulgebäude sind daher einbezogen in die Planungen zur Strukturförderung der Stadt Cottbus.

Die Schule ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch über den Straßenverkehr sehr gut erreichbar.

Bezogen auf Anmeldezahlen und Nachfragewünsche handelt es sich bei der Bauhausschule um eine sehr beliebte Schule, die auch über die Grenzen der Stadt Cottbus bekannt ist. Jährlich melden weit mehr als doppelt so viele Eltern von gesunden Schülern in der Jahrgangsstufe 1 ihre Kinder an, wie Plätze vorhanden sind. Diese Nachfrage besteht trotz der Konkurrenz von einer privaten Grundschule und drei staatlichen Grundschulen im selben Stadtbezirk sowie einer nahe gelegenen Waldorfschule.

 

5. Merkmale der Schulstruktur und Schulabschlüsse

Mit ihrer Schulstruktur antwortet die Bauhausschule auf den Kernsatz ihrer Schulphilosophie „Jedes Kind ist einzigartig“. Die individuellen Bildungswege der Schülerinnen und Schüler werden in einem System abgestimmter innerer und äußerer Differenzierung möglichst lange offen gehalten.

Die Schule vergibt sämtliche Schulabschlüsse, die an allgemein bildenden Schulen und an Allgemeinen Förderschulen erreicht werden können. Nach Klasse 9 im Regelbereich kann die einfache Berufsbildungsreife erteilt werden; nach Absolvierung der Klasse 10 sind die erweiterte Berufsbildungsreife, die Fachoberschulreife oder die Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe möglich. Bei Schülern die nach dem Rahmenplan der Allgemeinen Förderschule unterrichtet werden kann ein gleichgestellter Abschluss der einfachen Berufsbildungsreife oder der Abschluss der Allgemeinen Förderschule erworben werden.

Etwa 50 % der Schülerinnen und Schüler der Bauhausschule aus dem Regelbereich haben bisher nach der 10. Klasse den Abschluss „die Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe“ erhalten (vgl. Anhang1).

 

  1. Schwerpunkte und Entwicklungsziele

Die Schule antwortet auf die aktuellen Herausforderungen an eine moderne Schule mit der Entwicklung und Fortschreibung unseres Schulprogramms unter dem Leitbegriff der „Integration von körperbehinderten Kindern“. Sie geht dabei den Weg, Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen, Religionen, Nationalitäten, Entwicklungsgeschwindigkeiten, körperlichen, geistigen und seelischen Begabungen im Hinblick auf die in der Präambel beschriebenen Ziele zu integrieren. Um dies zu erreichen, setzt die Schule im Unterricht, in der Unterrichtsorganisation, in außerschulischen Projekten und in ihrer weiteren pädagogischen Arbeit auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Durch besondere, bisweilen auch spektakuläre Projekte und Veranstaltungen macht die Schule deutlich, dass die gesamte Schulgemeinde bereit ist, offensiv und mit Zivilcourage für die Einhaltung von Menschenrechten insbesondere die der Behinderten einzutreten.

 

6.1 Unterricht und außerunterrichtliche Arbeit

Der Primarbereich an unserer Schule wird durch integrativ geführte Klassen der Grundschule (Integration von Schülern mit einer Körperbehinderung) und aus der Klassenstufen 1 – 6 der Bauhausschule „Grundschule und Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung“ gebildet. In der Jahrgangsstufe 7 bis 10 werden nur körperbehinderte Schüler beschult. Damit diese Schüler auch Kontakt mit nicht behinderten Schülern haben, arbeiten wir eng mit der Paul-Werner Oberschule und dem Ludwig – Leichhardt - Gymnasium in Cottbus zusammen. Die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, der spezifische sonderpädagogische Förderbedarf, die Abhängigkeit von Hilfe und Pflege sowie die notwendige therapeutische Betreuung sind kennzeichnend für die Population der Kinder im Primarbereich und in der Sekundarstufe I. Die Förderschulklassen sind durch eine heterogene Schülerschaft charakterisiert. Innerhalb der Klassen ist von erheblichen individuellen Abweichungen hinsichtlich der körperlichen, psychischen und kognitiven Entwicklung auszugehen. Sichtbar wird das in der Wahrnehmung, dem Lerntempo, der Aufmerksamkeit und der Belastbarkeit der Schüler. Die weitgehende Doppelbesetzung des Unterrichts durch Regel- und Sonderschullehrkräfte ermöglicht Teamteaching und andere differenzierte Unterrichtsformen. Für die Förderung der Schüler in den Klassen der Förderschule für Körperbehinderte gilt der für sie angemessene Rahmenlehrplan. Das können sein: der Rahmenlehrplan der Grundschule und der Rahmenlehrplan der Allgemeinen Förderschule. In der Sekundarstufe I (Klasse 7-10) gelten die Rahmenlehrpläne der Sekundarstufe I und die Rahmenlehrpläne der Allgemeinen Förderschule.

Für jeden Schüler unserer Schule gibt es einen Förderplan. In diesem Plan werden die Stärken und Schwächen des Schülers festgehalten. Er wird zweimal im Schuljahr mit den Pädagogen, dem sonstigen Personal und den Erziehungsberechtigten durchgesprochen und aktualisiert. Jeder Schüler besucht wöchentlich eine Arbeitsgemeinschaft. Diese Arbeitsgemeinschaft wählt sich der Schüler selbst aus. Außerdem nimmt jeder Schüler wöchentlich für 120 Minuten an der besonderen Förderung oder sonderpädagogischen Förderung teil. Während dieser Förderung werden die Schüler in Kleingruppen zwischen 6 bis 8 Schülern von den Pädagogen unserer Einrichtung besonders gefördert z.B. Lernstrategien, Förderung der Feinmotorik, Denkspiele, LRS-Förderung usw. Diese besondere Förderung ist auf jeden Schüler speziell zugeschnitten und steht unter dem Thema „fördern statt fordern“. Schüler des Primarbereiches bewerben sich jedes Jahr nach der Jahrgangsstufe 6 für das Max- Steenbeck- Gymnasium (Spezialschule für Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Hochbegabtenförderung). Seit 1998 haben jedes Jahr 1 bis 3 Schüler der Jahrgangsstufe 6 die Aufnahmeprüfung an diesem Gymnasium bestanden. Außerdem nehmen unsere Schüler jährlich an der zentralen Kreisolympiade für Mathematik und am Kängurutest (dieser Test wird europaweit jährlich im März durchgeführt) teil. Dort belegten unsere Schüler oft vordere Plätze (vgl. Anhang 2).

Für die Verbindung schulischer Bildungsaufgaben mit kultureller Praxis bietet unsere Schule mit festen Öffnungszeiten eine besonders gute Ausgangsbasis. Sie kann noch besser die bewährte Brückenfunktion der Schule erfüllen, die darin besteht, dass Kinder und Jugendliche aus einem anregungsarmen Umfeld in schulischen Angeboten ihre Begabungen und Interessen entdecken und in außerschulischen Zusammenhängen ausbauen, vertiefen und spezialisieren. Dies spiegelt sich besonders in der integrativen Theaterarbeitsgemeinschaft und im Chor unserer Schule wieder. Jährlich wird ein neues Theaterstück durch unsere Schüler (zum Teil von den Schülern selbst geschrieben, die Kostüme selbst geschneidert) aufgeführt. Diese Arbeitsgruppe existiert seit dem Schuljahr 1997/98. Hauptanliegen ist die gemeinsame Freizeitgestaltung behinderter und nicht behinderter Kinder und Jugendlicher.

In der Stadt Cottbus (ca. 100 000 Einwohner) sind die Schüler für diese kulturellen Auftritte bekannt.

Höhepunkt ist in jedem Jahr eine gemeinsame Theateraufführung im März zum Geburtstag unserer Schule. Insgesamt sechs Stücke mit pädagogisch wertvollem Inhalt führte die Gruppe bisher auf:

 

  1. Das fliegende Klassenzimmer

  2. Tabaluga und die Reise zur Vernunft

  3. Anna und das Lächeln der Planeten

  4. Die kleine Hexe

  5. Die Frucht der falschen Träume

  6. Feuer, Eis und rote Brause

  7. Des Kaisers neue Kleider

  8. Cottbus ist 850 Jahre alt

  9. Claras Traumdrachen

  10. ………………………..

 

Die Theater - AG kooperiert eng mit dem Cottbuser Kindermusical und dem Konservatorium Cottbus. Gemeinsam mit dem integrativen Schulchor, der Rollstuhltanzgruppe und Pädagogen unserer Schule gestaltete die AG mit diesen Kooperationspartnern zwei erfolgreiche Benefizkonzerte zugunsten der Bauhausschule in den Jahren 2003 und 2004. Ab 2006 wird dieses Konzert eine feste Tradition an unserer schule sein (Beschluss der Lehrerkonferenz).

 

Besonders hervorheben möchten wir auch die Zusammenarbeit mit dem Behindertensportbund des Landes Brandenburg. Behinderte Schüler unserer Einrichtung werden auf sportlichem Gebiet besonders gefördert. So sind durch diese besondere sportliche Förderung auch zwei Nationalkader aus unserer Einrichtung hervorgegangen. Es sind David Reimer und Anne Blümke. Wir hoffen, dass diese beiden Kader die BRD bei den nächsten Paralympic würdevoll vertreten werden.

Die Kinder und Jugendlichen unserer Einrichtung nehmen an vielen Wettbewerben innerhalb des Landes aber auch bundesweit teil.

So erfolgt jährlich die Teilnahme an den Bundesjugendspielen in der Leichtathletik, die Teilnahme am Jugendländercup für Körperbehinderte, die Teilnahme an zentralen Vergleichsarbeiten in Mathematik und Deutsch der Jahrgangsstufe 2 und 4, die Teilnahme an Sprachwettbewerben, die Teilnahme an den Umwelttagen durch bestimmte Projekte z.B. die Errichtung eines behindertengerechten Naturlehrpfades in Burg.

 

6.2 Umgang mit Vielfalt

Leben in Selbstverantwortung zu lernen wird vielen körperbehinderten jungen Menschen erschwert. Sie müssen in einem langen, beschwerlichen Prozess sich ihrer körperlichen Beeinträchtigung bewusst werden; sie müssen fähig werden Schwierigkeiten zu bewältigen.

Kinder und Jugendliche benötigen ein Mehr an pädagogisch gestalteter Lernzeit, Anregung und Förderung sowie Gelegenheiten für soziales Lernen und psychosoziale Zuwendung. Die Schule muss Zeit haben sich um jeden zu kümmern. Aus diesem Grunde ist unsere Schule eine Schule mit festen Öffnungszeiten und in der Sekundarstufe I eine Ganztagsschule. Nur so werden wir den individuellen Bedürfnissen und Begabungen der Schüler gerecht. Stärken gilt es zu fördern und Schwächen auszugleichen.

Das selbstständige Arbeiten unserer Schüler ist ein wichtiger Aspekt. Es stärkt das Verantwortungsgefühl für das eigene „Weiterkommen“ und hilft persönliche Lernmethoden zu entwickeln. Dem spezifischen sonderpädagogischen Förderbedarf dieser Schüler entsprechend werden die für die allgemeinen Schulen verbindlichen Lernziele und Lerninhalte erweitert, verringert oder verändert.

Die Rhythmisierung des Schultages, also der Wechsel von Konzentration und Entspannung mit Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten sorgt für einen effektiven Lernprozess. In diesen Tagesablauf werden auch sonderpädagogische Fördermaßnahmen und Therapien eingegliedert.

Die Schüler sind Experten für ihr persönliches Umfeld und ihre individuellen Entwicklungsprozesse. Daher ist das Schaffen von Freiräumen, in denen sich die Schüler geschützt austauschen und gemeinsame Positionen entwickeln können, wichtig.

Die Bedeutung der Ganztagsschule für die soziale und kognitive Lernentwicklung der Schüler wird auch von den Eltern immer mehr erkannt und angenommen. Alle Schüler der Sekundarstufe I nehmen am Ganztagsangebot der Schule teil und im Primarbereich bleiben 90% der Schüler bis 15.00 Uhr (außer am Freitag nur bis 13.30 Uhr) in der Schule. Ein Miteinander aller Beteiligten ist Basis für den „Lebensraum Schule“.

 

Jedes Konzept kann nur von Erfolg gekrönt sein, wenn es den aktuellen Gegebenheiten angepasst ist. Aus diesem Grunde muss es sich immer wieder neu bewähren. Ausgehend von unseren bisherigen Erfahrungen sind wir auf dem richtigen Weg. Unsere Schule ist für unsere Schüler mehr als ein Ort des Lernens. Sie ist auch Begegnungsstätte und Heimstatt. Denn viele unserer von weit herkommenden Schüler verbringen mehr Zeit in der Schule als anderswo. Insofern ist die Bauhausschule etwas Besonderes, eine Schule, die es erfordert Ganztagsschule zu sein.

Jeder Schüler unserer Schule nimmt wöchentlich an der besonderen Förderung bzw. der sonderpädagogischen Förderung teil. Diese Förderung ist eine hervorragende Möglichkeit, besonders individuell auf die Persönlichkeit jedes einzelnen Schülers einzugehen. In 90 Minuten werden den Schülern z. B. Arbeitstechniken und Lernstrategien vermittelt, das Konzentrationsvermögen und die Feinmotorik werden geschult oder sie erhalten Hilfe beim Üben von lebenspraktischen Tätigkeiten aber sie erhalten auch die Möglichkeit, sich mit ihrer Behinderung auseinander zu setzen, was für viele Schüler an unserer Einrichtung besonders wichtig ist.

Da die sonderpädagogische Förderung nun schon seit mehreren Jahren praktiziert wird, erfolgte eine Auswertung der Erfahrungen der Kollegen, die in diesem Bereich tätig sind.

Die durchgeführte Evaluation führte zu folgenden Ergebnissen:

 

  1. Das Eintakten der Schüler durch die Klassenkonferenz hat sich bewährt, da so am besten Stärken und Schwächen der Schüler berücksichtigt werden können.

  2. Die Gruppenstärke sollte eine Anzahl von 6 Schülern keinesfalls überschreiten, um eine individuelle Förderung zu ermöglichen und der Lehrer in der Lage ist, auf persönliche Wünsche und Probleme der Schüler einzugehen.

  3. Die Methode der Partnerarbeit hilft, die soziale Kompetenz der Schüler zu erhöhen.

  4. Die Differenzierung zwischen Regel- und Lernbehindertenbereich ist vorteilhaft, da so eine individuelle Förderung besser möglich ist.

  5. Aufgaben mit spielerischen Elementen sollten fester Bestandteil sein, da sie der Auflockerung und Motivation dienen und somit Geduld und Konzentration der Schüler erhöhen.

  6. Bei der Arbeit am Computer helfen passende Spiele, Reaktionsvermögen und Feinmotorik zu schulen.

  7. Knobelaufgaben, die es den Schülern ermöglichen, die Lösung allein zu finden, schaffen Erfolgserlebnisse, heben das Selbstvertrauen und fördern die Selbstständigkeit.

  8. Das Lernen durch Erklären ermöglicht es dem Schüler selbst zu erkennen,

wo er noch Schwächen hat.

 

Zusammenfassend kann man also sagen, dass wir unserem Ziel, die Schüler unter Berücksichtigung ihrer Individualität zu einem nachhaltigen und erfolgreichen Lernen zu befähigen, ein gutes Stück näher gekommen sind und die soziale Herkunft unserer Schüler keine Rolle spielt.

Die besondere und sonderpädagogische Förderung ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Schüler, bei denen sich wegen häufiger Misserfolge eine Schulunlust eingestellt hat, sacht zu der Erkenntnis zu führen, dass sie ihre Probleme bewältigen können und Schule sogar Spaß macht.

 

6.3 Allgemeine und berufliche Bildung

Die Bauhausschule Cottbus führte ab dem Schuljahr 2005/2006 für lernbehinderte Schüler der Jahrgangsstufe 9 das Projekt Praxislernen „Lernort Praxis“ durch. Ab Schuljahr 2006/2007 wurde das Projekt Praxislernen auch auf den Regelbereich ausgeweitet.

Für die 20 Schüler der Jahrgangsstufe 9 stehen verschiedene Betriebe zur Auswahl, in denen sie wahlweise und im halbjährlichen Wechsel tätig sind. Auf der Grundlage der von den Schülern geäußerten Berufsvorstellungen wurden Betriebe wie z.B. eine Tischlerei, Bäckerei, Computerfirma, Küche, Fahrradwerkstatt und Frisör ausgewählt. Bürotätigkeiten können bei der Lausitzer Rundschau sowie bei der Krankenkasse durchgeführt werden.

Die Schüler erhalten durch die verschiedenen Tätigkeitsbereiche Einblicke in das Berufsleben und in die verschiedenen Tätigkeiten in und um den Beruf. Sie selbst können sich Klarheit darüber verschaffen, ob ihr angestrebter Berufswunsch der Richtige ist und ob sie trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigung und Lernbehinderung in der Lage sind den jeweiligen Beruf auszuführen.

In Vorbereitung zur Durchführung des Projekts erhielt jeder Schüler den Auftrag einen Praktikumshefter mit Lebenslauf, Bewerbung und Vertragsentwürfen für Schule und Betrieb anzulegen. Innerhalb des Projekts bekommen die Schüler differenzierte Arbeitsaufträge, die von allen Lernbereichen gestellt und bewertet werden. Hierbei sind das Grundlagenwissen, das selbstständige Lernen und der Umgang mit dem Computer gefragt. Die Stärkung des Selbstvertrauens wird bei den Schülern durch die persönliche Vorstellung in ihrem Praxisbetrieb unterstützt.

Während der Praxistage erlangen die Schüler Kompetenzen im Umgang mit Ausdauer und Belastbarkeit sowie ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Den Schülern soll durch den neuen Lernort einen Einblick in die Berufswelt und ihrer Spezifik gegeben werden. Sie sollen lernen mit neuen Bezugspersonen umzugehen und sich auf diese einstellen zu können. Die Schüler verbessern innerhalb des Projekts ihre Kompetenzen zur individuellen Informationsbeschaffung, zur Lernplanung und zur Bewältigung bzw. Erfüllung langfristiger Aufgabenstellungen.

Die Auswertung und Präsentation der Arbeitsergebnisse erfolgt innerhalb der Lerngruppe und vor den Eltern.

Seit dem Schuljahr 2005/06 existiert an unserer Schule eine Schülerfirma „Die Bauhaushäppchen“. Neben der bewährten Wochenendbäckerei bietet die Schülerfirma an einem Tag in der Woche auch die Pausenversorgung in der Schule an.

Diese Schülerfirma arbeitet Im Rahmen von Förderstunden und des Unterrichtsfaches Wirtschaft, Arbeit und Technik. Dafür werden die Räume der Lehrküche in der Schule genutzt.

Die Wochenendbäckerei bäckt auf Bestellbasis Kuchen, Torten und Brot für das Wochenende. Der Kundenkreis beschränkt sich im Wesentlichen auf die Schule. Ähnlich dem Praxislernen erleben die Schüler handlungsorientiert und praxisbezogen wirtschaftliche Abläufe. Alle Vorgänge werden gemeinsam geplant und durchgeführt. Dies umfasst den Einkauf, die Zubereitung, den Verkauf und die Abrechnung. Unterstützt werden die Schüler von einer Heilpädagogin und einer Lehrerin. Das Unterrichtsprojekt richtet sich besonders an Schüler der Klassen 9 und 10, deren schulisches Lernen sich in hohem Maße über praktisches Handeln vollzieht. In Bezug auf ihre spätere Tätigkeit in einer geschützten Werkstatt werden bei den Schülern wichtige Kompetenzen wie Teamarbeit, Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft entwickelt. Durch die vielen positiven Rückmeldungen, die die Schüler beim Verkauf erhalten, erfahren sie eine besondere Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit.

Die Arbeit dieser Firma ist langfristig angelegt und bezieht ab Schuljahr 2006 – 2007 bereits die Schüler der Jahrgangsstufe 8 mit ein.

Das Gelingen der Arbeitsgemeinschaften an der Bauhausschule kann als sehr positiv eingeschätzt werden. Es gibt für die Schüler eine große Auswahl, so dass sich jeder nach seinen Wünschen verwirklichen kann. Es ist erstaunlich, mit welcher Geduld und Mühe Schüler hier motorisch und emotional tätig sind. Dabei ist es für viele nicht einfach, trotz Körperbehinderung feinmotorisch anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen oder sich in aller Öffentlichkeit darzustellen, zu repräsentieren oder für seine Überzeugungen einzustehen. Dennoch werden viele größere und umfangreiche Projekte verwirklicht, welche auch bereits zahlreich mit Erfolg an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen haben. Viele Arbeitsgemeinschaften öffnen sich immer mehr nach außen und haben außerschulische Kontakte und Kooperationspartner.

  1. wird erleichtert durch die Möglichkeit, unkompliziert den schuleigenen Bus „Bauhausflitzer“ nutzen zu können. (Es ist oft nicht einfach, mit mehreren Rollstühlen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Ziel zu gelangen, zumal die Zeiten für die AG – Tätigkeit dann nicht reichen).

 

6.4 Verbesserung der Unterrichtsqualität – Fortbildungsplanung

  1. die Qualität des Unterrichtes zu verbessern wurden in den Kernfächern überregionale Fachkonferenzen mit der Paul-Werner-Oberschule gebildet. In den letzten Jahren wurde die Arbeit der Fachkonferenzleiter besonders in den Mittelpunkt gerückt. Mindestens dreimal im Schuljahr werden gemeinsame Beratungen mit der Schulleitung, den Fachkonferenzleitern und Arbeitsgruppenleitern durchgeführt. Bei diesen Beratungen wird der Fortbildungsplan (überregionale Fortbildungen organisieren und bieten die Kolleginnen unserer Schule für Schulamtsbereich Cottbus an, vgl. Anhang) für das kommende Schuljahr besprochen und wie die Fachkonferenzarbeit noch effektiver gestaltet werden kann bzw. welche Probleme es gibt. Für die kommenden Jahre ist das gegenseitige Hospitieren der Kolleginnen und Kollegen hinsichtlich der einzelnen Fächer und die entsprechende Auswertung dieser Hospitationen ein Schwerpunkt. Außerdem werden zur Zeit die schulinternen Rahmenlehrpläne im Primarbereich, Regelbereich und LB-Bereich überarbeitet bzw. neu gestaltet.

Aber auch die Planung kollegiumsinterner Fortbildungsveranstaltungen steht im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Schulprogramms. Neben den regelmäßig zu Schwerpunktthemen durchgeführten Fortbildungstagen für das gesamte Kollegium werden auf Antrag von Fachkonferenzen besondere Veranstaltungen ermöglicht.

 

6.5 Verantwortung

Seit dem Schuljahr 2004/05 arbeiten wir an der Umsetzung des Hausaufgabenersatzkonzeptes. Bereits ein halbes Jahr zuvor wurden bestimmte Varianten ausprobiert und getestet. Das Hausaufgabenersatzkonzept ist aus dem Konzept für die Arbeitsstunden entstanden.

Die drei Arbeitsstunden werden in zwei fachgebundene und in eine fachungebundene Arbeitsstunde aufgeteilt. Dabei wird nochmals eine Unterscheidung zwischen den Klassen 7 bis 9 und der Klasse 10 vorgenommen. Im Vordergrund der fachungebundenen Arbeitsstunde stehen die Vermittlung und vielfältige Übungen zu den Lernstrategien. In den Klassen 7 bis 9 sind alle Fachbereiche vertreten; in der Klasse 10 erfolgt eine gezielte Prüfungsvorbereitung.

Einschätzend müssen wir feststellen, dass es bei der Umsetzung dieses Konzeptes noch Reserven gibt. Sowohl Lehrer als auch Eltern möchten gern bei der „traditionellen Hausaufgabe“ bleiben, da ihnen das Lösen von alten Gewohnheiten schwer fällt. Oft erfolgt nur das Abarbeiten von Übungs- bzw. Festigungsaufgaben (Lehrbuch, Seite, Nummer). Die Vorbereitung auf den Unterricht ist dabei ein allgemeingültiger „häuslicher“ Auftrag!

Besondere Schwierigkeiten zeigen sich bei unseren Schülern bei der Planung und Gestaltung von Handlungsabläufen. Sie haben auch Probleme mit ihrer persönlichen Ordnung. Um diese wichtigen Voraussetzungen zu schulen, können Strategien helfen. Die Aneignung von Strategien muss in Verbindung zu dem aktuellen Unterrichtsstoff gesehen werden (keine Loslösung, sondern Übungen am laufenden Unterrichtsthema).

Zu diesem Zweck wäre das Anlegen einer speziellen schuleigenen Materialsammlung ein großer Vorteil (bis zum Schuljahr 2006/07 wird durch die einzelnen Fachbereiche eine Materialsammlung in den Hauptfächern für die einzelnen Jahrgangsstufen erstellt – Festlegung durch die Arbeitsgruppe Ganztag und durch die Fachkonferenzen).

Veränderte Unterrichtsorganisation und –gestaltung sind notwendig um eine Erhöhung der Qualität zu erreichen. Aufgrund vieler objektiver Ursachen kommt es in unserer Einrichtung zu vielfältigen Reduzierungen. Dazu zählen folgende Dinge: sehr weite Schulwege, Beeinträchtigungen aufgrund der Behinderungen, Krankenhaus- und Kuraufenthalte sowie Therapie- und Fördermaßnahmen. Um diese zu kompensieren müssen innovative Unterrichtsformen immer mehr zur Anwendung gelangen.

Kontinuierliche Absprachen in den Teams sind dazu erforderlich.

Es muss eine intensive Nutzung aller Ressourcen erreicht werden. Das wird ein Schwerpunkt für dieses und die kommenden Schuljahre sein.


Im LB-Bereich sind die Arbeitsstunden folgendermaßen aufgeteilt: Zwei fachgebundene Arbeitsstunden werden für die Erledigung von Arbeitsaufgaben, besonders in den Fächern Deutsch und Mathematik, genutzt. Hier geht es darum den aktuellen Unterrichtsstoff zu üben, zu festigen oder anzuwenden unter Verwendung differenzierter und schädigungsspezifischer Aufgabenstellungen.

Eine weitere Arbeitsstunde dient dazu (z.B. im Rahmen von Projekten) bereits bekannte Arbeitstechniken anzuwenden bzw. neu zu festigen. Dabei sollen die Schüler den effektiven Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit lernen. Weiterhin wird die Arbeit mit Nachschlagewerken und dem Internet gefördert und entwickelt. Partner- und Teamarbeit sind dabei eine Möglichkeit gemeinsamen Lernens, wobei individuelle Förderschwerpunkte Beachtung finden.

 

Mit diesem Konzept sind bisher gute Erfahrungen gemacht worden. Für die Zukunft wurde die Arbeit an folgenden Schwerpunkten besonders hervorgehoben:

  1. Die Arbeit an der Entwicklung von Ausdauer, Konzentration und Selbstständigkeit bei der Erledigung von Arbeitsaufgaben. Hierbei gilt es auch weiterhin Möglichkeiten der Überwindung schädigungsspezifischer Besonderheiten körper- und mehrfachbehinderter Kinder und Jugendlicher in der schulischen Tätigkeit zu überwinden.

  2. Die Arbeit an Arbeitstechniken, die es unseren Schülern noch besser ermöglichen, sich selbst und ihre Arbeit zu kontrollieren.

  3. Weitere Befähigung der körperbehinderten Schüler zur Nutzung des Computers/Internets, als vielfältiges Arbeitsmittel und Informationsquelle für den fachlichen aber auch lebenspraktischen Bereich. Dabei steht im Mittelpunkt das Erlernen von Techniken, Informationen filtern, bewerten, bearbeiten und zusammenfassen zu können.

    1. Nutzung der Wissensquelle Bibliothek an unserer Schule.

 

Jeden Dienstag von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr finden für die Schüler offene Angebote statt. Im Gegensatz zu den AG`s zeigt sich, dass es für die Schüler eine Freude ist, dass sie innerhalb der 90 min zu verschiedenen Aktivitäten wechseln können, z.B. ein wenig im Schülercafe plaudern, sich bei den Aufgaben helfen zu lassen und anschließend noch ein halbes Stündchen Tischtennis zu spielen.

Um die Attraktivität weiter zu erhöhen, haben wir im Schuljahr 2005/2006 den Versuch gestartet, einige epochale Angebote einzuführen.

Diese epochalen Angebote sind über das Jahr verteilt und sind freiwillig. Zu den bestehenden offenen Angeboten kommen jeweils zwei epochale Angebote dazu. Aufgrund der inhaltlichen Struktur müssen sich die Schüler für einige epochale Angebote jedoch verpflichten, z.B. Tanzkurs.

Der erste Dienstag im Monat steht jeweils den Klassen als Klassenfreizeit zur Verfügung.

 

6.6 Unsere Kooperationspartner

In ihrer täglichen Arbeit wird die Schule intensiv durch Eltern und durch den Förderverein sehr unterstützt.

Bei zahlreichen Projektvorhaben kommen außerschulische Partner und Förderer hinzu. Seit August 2006 realisieren wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner dem Oberstufenzentrum I und unserer Schule folgendes Projekt: „Bau einer Unterstellmöglichkeit für unser Behindertenfahrzeug Mercedes Sprinter und eine weitere Unterstellmöglichkeit für Dreiräder, Rollstühle usw. (diese benötigen die körperbehinderten Schüler während des Sportunterrichtes und in ihrer Freizeit). Diese Gegenstände stehen zur Zeit in den Gängen der Schule. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist dies eine Gefahr für unsere Schüler. Die Finanzierung und der Bau dieser Unterstellmöglichkeit erfolgt durch Sponsoren und durch den Förderverein der Schule. Eigentümer des Behindertenfahrzeuges ist der Förderverein. Der Förderverein stellt dieses Fahrzeug der Schule sowohl für den Unterricht als auch für den Nachmittag z.B. zum Reiten, Schwimmen, für Exkursionen usw. zur Verfügung. Durch diese Möglichkeit können die aufzubringenden Transportkosten für den Schulträger im Schulalltag gesenkt werden. Aber auch bei anderen Projekten wie z.B. dem Bau des behindertengerechten Naturlehrpfades Huppatz im Erholungsgebiet Spreewald in Burg, wurden wir durch unsere Kooperationspartner unterstützt.

Seit 1991 wird die Schule nachhaltig durch einen Förderverein unterstützt. Den Gründungsmitgliedern (Eltern behinderter Kinder) haben wir es zu verdanken, dass diese Schule entstanden ist. Alle neuen Eltern werden gebeten Mitglied im Förderverein zu werden. Der Förderverein unterstützt auch bedürftige Schülerinnen und Schüler unserer Schule, z.B. bei Klassenfahrten.

Weitere Kooperationspartner unserer Schule sind:

  • Behindertensportverband des Landes Brandenburg

  • Biosphärenreservat Spreewald

  • RAG Bildung GmbH Zweigniederlassung Cottbus

  • AWO Senioren Cottbus

  • Kindermusical Cottbus

  • Orthopädie und Reha-Team Zimmermann

  • Frank Schlegelmilch Künstlerische Holzgestaltung und Erlebnispädagogik

  • Verein zur Förderung des Kooperativen Schulzentrums Cottbus e.V.

  • Paul- Werner Oberschule Cottbus

  • Ludwig-Leichhardt-Gymnasium

  • Schulzentrum für behinderte Kinder in Sulechow

  • Jugendkulturzentrum Glad-House

  • Sparkasse Spree-Neiße

 

6.7 Fort- und Weiterbildung

Bei der Organisation der Fort- und Weiterbildung an unserer Schule stand folgende Frage im Mittelpunkt:

Welche Qualifikationen benötigen die Mitarbeiter, um den vielfältigen neuen Ansprüchen im Bildungsbereich gewachsen zu sein und um sich auch aktiv am Veränderungsprozess zu beteiligen?

 

Aus dieser Fragestellung muss für die nächsten 4 Jahre für unsere Einrichtung ein Fortbildungskonzept erstellt werden.

Dieses Fortbildungskonzept muss den Fortbildungsbedarf für unsere Einrichtung ermitteln. Aus diesem Fortbildungsbedarf ergeben sich dann Form und Inhalt der an unserer Einrichtung durchzuführenden Veranstaltungen.

So wie sich unsere Schule mit ihren Schülern, Lehrern und dem sonstigen Personal weiter entwickelt, muss auch das Fortbildungskonzept ständig an die veränderten Bedürfnisse unserer Schüler angepasst werden.

In diesem Fortbildungskonzept müssen für jeden einzelnen Mitarbeiter messbare Ziele vereinbart werden. Zur Zeit ist dies im Bildungsbereich des Landes Brandenburg, insbesondere auch an unserer Schule besonders schwer, da es seit einigen Jahren zu ständigen Schulschließungen kommt und die Lehrkräfte nicht wissen, ob sie an der jeweiligen Einrichtung verbleiben können. Für uns als Schulleitung bedeutet dies, dass wir ständig unsere Mitarbeiter und Lehrkräfte entsprechend motivieren damit unsere Schule von den Eltern nach wie vor gut angewählt wird.

Dies ist wiederum für die Beschäftigten eine Chance, ergebnisorientiert zu arbeiten, selbst über Mittel und Wege zur Erreichung der gestellten Ziele nachzudenken und sich dadurch mit der Aufgabe zu identifizieren.

Hierbei spielen die fest verankerten Teamberatungen im Stundenplan eine große Rolle. Bei diesen Teamberatungen findet ein ständiger Informationsaustausch statt. Dieser Austausch wird von Seiten der Schulleitung gesteuert. Nur wenn alle Beteiligten entsprechend ihren Bedürfnissen umfassend und rechtzeitig informiert werden, können sie die erforderlichen Entscheidungen treffen und ihre Aufgaben zielgerichtet erfüllen.

Allerdings bedeutet selbständig zu arbeiten, auch sich selbst alle notwendigen Informationen zu beschaffen (Blick über den Tellerrand) und ggf. auch weiter zu geben. Allein diese Möglichkeit schafft Sicherheit und Vertrauen unter den Mitarbeitern.

Alle Mitarbeiter sind in hohem Maße mit verantwortlich für die Personal- und Persönlichkeitsentwicklung an unserer Einrichtung.

 

Ziele:

  • mehr Selbstverantwortung

  • mehr Kreativität und Innovation

  • mehr Zufriedenheit

 

Schlüsselstrategien

  • wir fordern und fördern persönliche Spitzenleistung von jedem Einzelnen

  • für die Lösung von Problemen sind wir selbst verantwortlich

  • jede Hilfe von außen muss eine Hilfe zur Selbsthilfe sein

  • wir orientieren uns an unseren eigene Visionen, Leitbildern und Zielen

 

7. Arbeitszeitmodell für alle Lehrkräfte

Die Lehrkräfte unserer Einrichtung arbeiten nach einem veränderten Arbeitszeitmodell. Dieses Modell wurde von allen Pädagogen in der Lehrerkonferenz 1998 einstimmig beschlossen und neue Lehrkräfte, die an unsere Einrichtung umgesetzt werden, müssen dieses Arbeitszeitmodell ebenfalls tragen. Sind diese Mitarbeiter mit diesem Arbeitszeitmodell nicht einverstanden, dann können sie ihre Tätigkeit an unserer Einrichtung nicht aufnehmen.

Dieses Arbeitszeitmodell lautet (Beispiel) :

Der Kollege hat eine wöchentliche Unterrichtsverpflichtung von 26/26 Stunden.

26 h x 60 Minuten = 1560 Minuten.

Der Kollege ist wöchentlich 1560 Minuten in der Schule.

Hiervon ist er 1170 Minuten im Unterricht (26 x 45 Minuten).

390 Minuten stehen wöchentlich zur Verfügung um Aufsichten abzudecken, die festgelegten Teamberatungen durchzuführen und auch im Nachmittagsbereich mit den Schülern zu arbeiten. Dieses Arbeitszeitmodell hat sich an unserer Einrichtung sehr bewährt und man kann nur hoffen, dass es auch andere Schulen gibt, die dieses übernehmen.

 

8. Partizipation

Die Bauhausschule Cottbus praktiziert seit ihrer Gründung ein offenes Führungsmodell, als dessen Charakteristika Transparenz und kurze Entscheidungswege gelten können. Zentrales Gremium ist die „Schulkonferenz“, die sich dem Konsensgedanken verpflichtet fühlt. Neben den üblichen weiteren Mitwirkungsgremien stellen die Teilkonferenzen, deren Besuch allen Mitgliedern der Schulgemeinde offen steht, ein besonderes konstitutives Merkmal dar. Auch die wöchentlich stattfindenden Teamberatungen jeder Jahrgangsstufe dienen dazu.

 

9. Pädagogisches Personal

Zum pädagogischen Personal gehören Heilpädagogen, pädagogische Unterrichtshilfen, Therapeuten, Krankenschwester, Praktikanten und Zivildienstleistende. Der Entwicklungsprozess der Schule war nur möglich, weil die pädagogische, bildungspolitische und wirtschaftliche Arbeit, dort wo eine Schule dies leisten kann, durch bestimmte Personalführungsmethoden ergänzt wurde. Wesentliches Kennzeichen der Motivationsförderung im Kollegium ist die Unterstützung sämtlicher Innovationspotentiale. Die Schulleitung unterstützt Weiterbildung- und qualifizierung der Kollegiumsmitglieder. Nimmt man die Bereitschaft Mehrarbeit oder Mehrstunden zu leisten, den Krankenstand und die Versetzungswünsche als Gradmesser für die Zufriedenheit, gilt:

  1. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten gern an dieser Schule und gelten als besonders motiviert und engagiert. Das Kollegium unterstützt am Wochenende viele Aktivitäten des Fördervereins z.B. Sommerfest, Adventfest, Benefizkonzert usw.

Eine Leitidee der Schulleitung ist: „Wer Schule gestalten will, wird gefördert, wer so weiter arbeiten will wie bisher, wird nicht gehindert“. Viele Neuerungen sind auf diese Weise ermöglicht worden. Für die tägliche Arbeit in der Schule braucht es engagierte und motivierte Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Lehrerinnen und Lehrer; so bilden sich Teams, die gelenkt durch ihr Interesse, an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten. Beispiel dafür ist das Team, welches das Adventfest am 1.12.2007 vorbereitet hatte.

 

10. Eltern

Für das Wirken der Schule ist die Arbeit der Eltern und Erziehungsberechtigten von wesentlicher Bedeutung. Die Eltern bereichern mit ihrer Lebenserfahrung und beruflichen Kompetenz die inhaltliche Entwicklung und beeinflussen durch offene Kommunikation das Klima der Schule positiv. In den Mitwirkungsgremien arbeiten die Eltern sehr intensiv mit. Die Menge der Themen und die Intensität der Diskussion erforderte in den letzten Schuljahren jeweils vier Sitzungen (gesetzlich gefordert sind zwei). Die Schulleitung nimmt immer an den Sitzungen teil, berichtet frühzeitig über Probleme und beantwortet Fragen. Intensiv bearbeitete Themen der letzten Zeit waren das Problem der weiteren Beschulung körperbehinderter Schüler nach Klasse 7.

Die Elternvertreter beteiligen sich auch aktiv an der Außendarstellung der Schule z.B bei der Gestaltung des Benefizkonzertes oder bei der Mitarbeit im Vorstand des Fördervereins.

 

11. Schülerinnen und Schüler

Im Sinne einer aktiven Teilnahme an institutionellen Gremien werden die Schülerinnen und Schüler zunächst durch ihre Klassenlehrer an die gegebenen Mitwirkungsmöglichkeiten herangeführt und in eine eigenständige Beteiligung an den Entscheidungsprozessen im Schülerrat überführt.

So gibt es seit 2003 an unserer Schule eine Arbeitsgruppe „Streitschlichter“.

Diese Arbeitsgruppe hat als Ziel:

"Streiten Lernen, Streit schlichten und das Training im Umgang mit Konflikten“

Konkurrenz, Konflikte, Streit, aggressives Verhalten und Gewalttätigkeiten treten unter Schülerinnen und Schülern aller Schulformen ebenso auf wie in anderen Lebensbereichen, in der Familie, dem Ausbildungsort, der Jugendgruppe oder Clique. Die pädagogische Aufgabe besteht nun darin, zur Kultivierung des Streit- und Konfliktverhaltens einen Beitrag zu leisten. Das Verfahren der Mediation stammt aus den USA und ist dort in den letzten Jahren mit beachtlichem Erfolg erprobt worden. Die Grundannahme besteht darin, dass die Lösung von Konflikten bei Kindern und Jugendlichen durch die Vermittlung eines in etwa gleichaltrigen Streitschlichters leichter und effektiver erfolgen kann. Nach einer einjährigen Ausbildung zu Streitschlichtern im Schuljahr 2003/04 hat sich an der Bauhausschule eine Gruppe von 8 Schülern, unterstützt und betreut durch zwei Pädagogen, gebildet, die sich der Aufgabe der Streitschlichtung stellt. Durch die Ausbildung weiterer Schüler/innen in den folgenden Jahren besteht in der Gruppe eine Kontinuität. Die Gruppe hat ein eigenes Büro und steht den anderen Schülern jeweils in den großen Pausen zur Verfügung. Bei größeren Problemen werden Gesprächstermine außerhalb des Unterrichts vereinbart. Als Kennzeichen des Schlichtungsverfahrens gelten die Anwesenheit der vermittelnden Streitschlichter, die Einbeziehung aller Konfliktparteien, die Anerkennung bestimmter Regeln, die Freiwilligkeit der Teilnahme am Verfahren und die Selbstbestimmung bezüglich der Konfliktlösung. Die Entscheidungsbefugnis wird nicht an Dritte abgegeben, das Verhandlungsergebnis ist erst bindend, wenn alle Beteiligten zugestimmt haben. Es muss also ein Kompromiss erzielt werden. Die Funktion der Streitschlichter hierbei ist mit der eines Schiedsrichters vergleichbar. Die wichtigsten Eigenschaften hierbei sind: Vertraulichkeit, Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung und Unparteilichkeit.

 

  1. Schule als lernende Institution - Zusammenfassung
  1. Unsere Schule besitzt seit 1998 ein Leitbild (Schulprogramm wird ständig weiter entwickelt), über dessen Inhalt die Mitarbeiter, die Eltern in den Mitbestimmungsgremien der Schule und die Schülervertretungen Bescheid wissen.

  2. Die Arbeit am Schulprogramm und die Dokumentationspflege ist regelmäßig wichtiger Schwerpunkt in Konferenzen und Arbeitsgruppen der Mitarbeiter, Eltern und Schüler. Die gemeinsame Konsensfindung spiegelt sich in Arbeitsunterlagen und Protokollen wieder.

  3. Für die Öffentlichkeitsarbeit werden die Lokalpresse und unsere Homepage regelmäßig genutzt, um die Inhalte unseres Programms zu vermitteln.

  4. Regelmäßige Personalgespräche mit den Mitarbeitern - in Vorbereitung des neuen Schuljahres.

  5. Evaluation ist eine Aufgabe, die auf allen Ebenen des Schulsystems eine wichtige Rolle spielt. Sie ist ein Teil unserer Arbeit und für jeden Mitarbeiter unserer Schule. Sie ist ein großes Instrument der Qualitätsentwicklung und der Qualitätssicherung.